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Tätigkeitsfelder Strafrecht

Sexualstrafrecht

Der Zeugenbeweis im Sexualstrafrecht

Häufig gibt es bei einem Sexualstrafverfahren nur ein Beweismittel und das ist der Hauptbelastungszeuge, in aller Regel die Hauptbelastungszeugin, das Opfer oder vermeintliche Opfer der Tat. Gelegentlich gibt es Gutachten zu Spermaspuren, die aber nur den Geschlechtsverkehr belegen können, nicht die Unfreiwilligkeit.

Viele Beschuldigte unterliegen dem Irrtum, dass es damit keine Beweise gäbe. Strafprozessual und in der Gerichtspraxis ist dies denkbar falsch. Das wichtigste Beweismittel im Strafprozess ist der Zeugenbeweis. Das Opfer der Tat ist das Hauptbeweismittel. Seine Aussage entscheidet in der Regel maßgeblich über Verurteilung oder Freispruch.

Der zweite, noch schwerwiegendere Irrtum bei juristischen Laien ist eine Verkennung des „in dubio pro reo“-Grundsatzes. Viele glauben, dass wenn der Beschuldigte die Tat abstreitet nun eine Aussage-gegen-Aussage-Situation vorliegt und daher im Zweifel für den Angeklagten das Verfahren einzustellen ist oder ein Freispruch erfolgen muss. Zutreffend ist, dass es sich um eine Aussage-gegen-Aussage-Situation handelt. Hinsichtlich der Konsequenzen ist in der Praxis jedoch das Gegenteil der Fall. Der Zweifelsgrundsatz kommt nur dann zum Zuge, wenn das Gericht selbst Zweifel offen legt. In der Regel glaubt das Gericht aber zunächst dem Opfer oder vermeintlichen Opfer, eröffnet das Verfahren und verurteilt. Würde bei einer Aussage-gegen-Aussage-Situation stets freigesprochen werden, würde es mangels objektiver Beweismittel so gut wie keine Verurteilungen wegen einer Sexualstraftat geben. Die tatsächlichen Verurteilungszahlen im Strafrecht belegen jedoch, dass die Gerichte gerne dazu neigen, dem angeblichen Opfer mehr zu glauben als dem Beschuldigten.

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