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Tätigkeitsfelder Strafrecht

Allgemeines Strafrecht

Delikte / Deliktsgruppe:

Untreue

Der Tatbestand der Untreue gemäß § 266 StGB ist der Kerntatbestand des Wirtschaftsstrafrechts und gehört zu den kompliziertesten Delikten des Strafgesetzbuches. Bei der Untreue droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. In besonders schweren Fällen ist eine Geldstrafe nicht möglich. Es kommt bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Wer ist Betroffener bei Untreueverfahren?

Beschuldigter in einem Strafverfahren wegen Untreue kann jede Person sein, die fremdes Vermögen verwaltet. Häufig betroffen sind Vorstandsmitglieder, Bankangestellte, GmbH-Geschäftsführer, Politiker, Notare, Ministeriumsmitarbeiter aber auch Angestellte aus der Buchhaltung eines Unternehmens. Auch ein Vermieter hat hinsichtlich der Mietkaution eine Vermögensbetreuungspflicht und kann sich bei nicht vertragsgerechter Anlage dieses Geldes wegen Untreue strafbar machen.

Während die Untreue über Jahrzehnte ein Schattendasein führte, hat die Politik die Staatsanwaltschaften mit Spezialdezernaten hochgerüstet, um Wirtschaftskriminalität effektiv zu bekämpfen. Seitdem werden unzählige Ermittlungsverfahren eingeleitet und mit Nachdruck betrieben, so dass auch die Verurteilungsrate mit teilweise empfindlichen Strafen gestiegen ist. Durch diese „Ermittlungswut“ sind Personen mit einer Vermögensbetreuungspflicht schnell einem Strafverfahren mit allen schwerwiegenden Konsequenzen wie Durchsuchungen und Beschlagnahmungen ausgesetzt. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, können bereits unternehmerische Fehlentscheidungen schnell zu einem Strafverfahren wegen Untreue führen.

Was setzt die Untreue voraus?

Der höchst komplexe Tatbestand der Untreue nach § 266 StGB unterteilt sich in eine Missbrauchs- und eine Treuebruchsalternative.

Beim Missbrauchstatbestand wird die Befugnis über fremdes Vermögen zu verfügen verletzt und mit einer außenstehenden Person ein wirksames Rechtsgeschäft geschlossen, das jedoch nach den Befugnissen im Innenverhältnis nicht zulässig war. Der Missbrauchstatbestand ist damit immer ein „3-Personen-Stück“.

Beim Treuebruchstatbestand geht es nur um ein Zwei-Personen-Verhältnis. Hier wird eine spezifische Treuepflicht, und nicht bloß allgemeine Schuldnerpflicht, verletzt. Die Entnahme von Geldern eines Fremdgeldkontos ohne Befugnis kann hierunter fallen.

Beide Varianten setzen einen Vermögensnachteil voraus, wobei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes schon eine Vermögensgefährdung ausreichen kann.

Darüber hinaus setzen beide Tatbestände eine Vermögensbetreuungspflicht voraus. Ob eine solche vorliegt, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls, wobei die Kriterien Hauptpflicht des Vertrages, Fremdnützigkeit und Selbstständigkeit eine wichtige Rolle spielen. Die Anforderungen an die Vermögensbetreuungspflicht beim Treuebruchstatbestand sind geringer als bei der Missbrauchsvariante. Hier sollen alle Personen betroffen sein, die kraft Ihrer Stellung verpflichtet sind, fremde Vermögensinteressen zu vertreten.

Schließlich erfordert die Untreue auf subjektiver Seite Vorsatz. Erforderlich ist, dass die Pflichtverletzung als solche auch erkannt und gebilligt wurde.

Welche Chancen der Verteidigung gibt es bei Untreuevorwürfen?

Die zunehmende Spezialisierung auf der Gegenseite – den Staatsanwaltschaften – sowie die hohen denkbaren Strafen und vor allem die Komplexität des Tatbestandes erfordern die frühestmögliche Beauftragung eines auf das Strafrecht und Wirtschaftsstrafrecht spezialisierten Rechtsanwaltes und Strafverteidigers.

Aber auch dies reicht häufig nicht aus, um alle Tatbestandsmerkmale genau zu prüfen und Verteidigungschancen aufzutun. Wie Sie oben gesehen haben und der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes entnehmen können, hängt die Verwirklichung des Untreuetatbestandes vor allem vom Grad der vertraglichen Pflichtverletzung ab. Dadurch stellen sich bei der Untreueprüfung im Strafverfahren vor allem zivilrechtliche Rechtsfragen, die regelmäßig die Expertise eines im Zivilrecht tätigen Rechtsanwalts erfordern. Wer die zivilrechtliche Seite durchdringt und die umfangreiche strafrechtliche Rechtsprechung zur Untreue heranzieht, kann häufig unerkannte Möglichkeiten zur Verhinderung einer Verurteilung auftun.

Durch die Heranziehung eines Zivilrechtlers in beratender Stellung bei Untreuevorwüfen kann eine optimale Verteidigungslinie entwickelt werden, mit der ggf. schon im Ermittlungsverfahren die Einstellung durch einen schriftlichen Antrag erreicht werden kann. Eine solche Hinzuziehung ist bei den meisten Strafverteidigern nicht möglich oder verursacht zusätzliche Kosten. Bei der Anwaltskanzlei Dr. Hennig & Thum wird bei einem Untreuevorwurf Rechtsanwalt und Strafverteidiger Dr. Hennig die Verteidigungstaktik für das Strafverfahren entwerfen, wobei Rechtsanwalt Thum als Leiter des zivilrechtlichen Dezernats jederzeit ergänzend herangezogen werden kann, ohne dass zusätzliche Kosten durch die Mandatierung einer weiteren Kanzlei entstehen. Nutzen Sie diese Synergien und Spezialisierungen, die wir mittels unserer beiden Dezernate gewährleisten.

Auf keinen Fall sollten Sie als Beschuldigter eines Untreuvorwurfs Angaben bei der Polizei ohne anwaltliche Beratung machen. Diese können und werden gegen Sie verwendet. Schweigen hingegen wird niemals zu Ihren Lasten gewertet. Sie sind nicht verpflichtet, einer polizeilichen Ladung zu folgen.

Rechtsanwalt und Strafverteidiger Dr. Hennig hat verschiedene Untreueverfahren auch in der Revision bearbeitet und ist zudem seit über fünf Jahren Dozent im Strafrecht auch für die Strafbarkeit wegen Untreue. Er verfügt daher über die unverzichtbare Kenntnis der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu § 266 StGB.

Gerne gebe ich zu Ihrem Fall eine unverbindliche Ersteinschätzung ab und beantrage für Sie Akteneinsicht. Anschließend entwerfen wir gemeinsam eine Verteidigungsstrategie, wobei Sie selbstverständlich eine faire und transparente Kostenübersicht im Vorfeld erhalten.

Full-Service durch die Anwaltskanzlei Dr. Hennig & Thum: Strafrechtliche und zivilrechtliche Betreuung bei Untreuevorwürfen

Die Anwaltskanzlei Dr. Hennig & Thum widmet sich im Besonderen dem Wirtschaftsstrafrecht und damit vor allem Untreuevorwürfen. Wie oben bereits erläutert, hat die Untreue hat rechtlich fast immer zwei Seiten – nämlich eine strafrechtliche und eine zivilrechtliche. Neben den zivilrechtlichen Inzidentprüfungen im Strafverfahren kommen regelmäßig eigenständige zivilrechtliche oder arbeitsrechtliche Verfahren auf Sie zu. Ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Sie wegen Untreue ist also zum Einen eine effektive Strafverteidigung erforderlich, auf der anderen Seite werden zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegen Sie oder das Unternehmen geltend gemacht.

Durch die beiden spezialisierten Dezernate bei der Anwaltskanzlei Dr. Hennig & Thum (Strafrechtsdezernat unter Leitung von Rechtsanwalt Dr. Hennig/ Zivilrechtsdezernat unter Leitung von Rechtsanwalt Thum) können wir Ihnen einen full-service bieten. Sie benötigen nur eine Kanzlei, was erhebliche Kosten sparen kann. Zudem ist eine widerspruchsfreie Argumentation und Abstimmung gesichert. Andernfalls besteht die Gefahr, dass im zivilrechtlichen Verfahren ein Vortrag gemacht wird, der Verteidigungschancen im Strafverfahren verspielt.

Delikte und Deliktsgruppen im allgemeinen Strafrecht