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Tätigkeitsfelder Strafrecht

Allgemeines Strafrecht

Delikte / Deliktsgruppe:

Körperverletzung, Körperverletzung mit Todesfolge, schwere Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung, Beteiligung an einer Schlägerei

Körperverletzungsdelikte spielen in der Praxis der Strafgerichte eine große Rolle. Die Spannbreite der Sachverhalte und Verteidigungschancen bei entsprechender Expertise ist groß. Allerdings können in diesem Bereich auch hohe Strafen drohen. Sobald ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung gegen Sie eingeleitet ist, sollten Sie den Vorwurf ernst nehmen und umgehend einen auf das Strafrecht spezialisierten Anwalt aufsuchen.

Welche Körperverletzungsdelikte gibt es und welche Strafen drohen?

Der Grundtatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung gemäß § 223 StGB setzt eine körperliche Misshandlung oder eine Gesundheitsschädigung voraus. Die Strafandrohung reicht von Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Ein Schmerzempfinden geht zwar regelmäßig mit der Tatbestandsverwirklichung einher, ist aber nicht zwingend erforderlich. Ausreichend ist eine „üble und unangemessene Behandlung, durch die das körperliche Wohlbefinden mehr als nur unerheblich beeinträchtigt wird“. Schon durch eine leichte Ohrfeige ist der Tatbestand verwirklicht. Dies gilt auch gegenüber den eigenen Kindern; körperliche Züchtigung zu Erziehungszwecken ist kein von der Rechtsprechung anerkannter Rechtfertigungsgrund. Auf subjektiver Ebene ist Vorsatz erforderlich. Ausreichend ist, wenn der Täter den tatbestandlichen Erfolg für möglich hält und billigend in Kauf nimmt. Auch die fahrlässige Körperverletzung gemäß § 229 StGB ist mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe sanktioniert.

Auch die Aussetzung gemäß § 221 StGB, die eine Strafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug vorsieht und beispielsweise beim im-Stich-Lassen des Opfers trotz Obhutspflicht einschlägig ist, gehört zu den Delikten, die dem Schutz der körperlichen Integrität dienen.

Die gefährliche Körperverletzung gemäß § 224 StGB ist ein Offizialdelikt und wird von den Staatsanwaltschaften konsequent verfolgt. Es sind mindestens 6 Monate Freiheitsstrafe vorgesehen. Bis zu 10 Jahre sind möglich. Eine Geldstrafe scheidet bei Verurteilung nach dem Gesetz aus. Der Tatbestand knüpft an die Gefährlichkeit der Handlung an.

Folgende Handlungen sieht das Gesetz als gefährlich an:

  • Beibringung von Gift oder einem anderen gesundheitsschädlichem Stoff
  • Verwenden eines gefährlichen Werkzeugs oder eine Waffe
  • Hinterlistiger Überfall
  • Körperverletzung gemeinschaftlich mit einem Anderen
  • Lebensgefährdende Behandlung

Zu jedem Qualifikationsmerkmal gibt es umfangreiche Rechtsprechung, die es bei einer guten Strafverteidigung zu beherrschen gilt.

Ein weiterer Qualifikationstatbestand ist die Misshandlung Schutzbefohlener nach § 225 StGB. Dieser Tatbestand greift häufig im familiären Umfeld, insbesondere, wenn Eltern vorgeworfen wird, Ihre Kinder gequält zu haben. Hier droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Die schwere Körperverletzung nach § 226 StGB sieht bei Vorsatz hinsichtlich der schweren Folge eine Strafe von drei bis zehn Jahren vor. Eine Bewährung ist im Fall der Verurteilung nicht möglich. Fahrlässigkeit hinsichtlich der Folge ist jedoch ausreichend. In diesem Fall droht eine Strafe von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug. Zu den schweren Folgen gehört unter anderem die dauernde Entstellung des Opfers, was im Einzelfall schon bei einer Narbe gegeben sein kann. Siechtum und Lähmung aber auch der Verlust der Sehfähigkeit können eine schwere Folge im Sinne des Tatbestandes begründen.

Besonders schwer bestraft ist die Körperverletzung mit Todesfolge gemäß § 227 StGB. Eine Bewährungsstrafe ist grundsätzlich nicht möglich. Es drohen mindestens drei Jahre Freiheitsstrafe; häufig liegt die Strafe jedoch höher. Bis zu 15 Jahre sind möglich. Bei einem solchen sog. erfolgsqualifizierten Delikt ist Fahrlässigkeit hinsichtlich des Todes ausreichend (§ 18 StGB) und zumindest bedingter Vorsatz bezüglich der Körperverletzungshandlung erforderlich.

Besonders praxisrelevant, insbesondere bei typischen Schlägereien in Kneipen, Clubs und Diskotheken, aber auch Stadien, ist der Tatbestand des § 231 StGB, die sog. Beteiligung an einer Schlägerei. Selbst wenn feststeht, dass man eine im Rahmen der Schlägerei eingetretene Folge nicht herbeigeführt hat, greift die strafrechtliche Haftung nach § 231 StGB durch die bloße Beteiligung. Hier droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

Bei allen Körperverletzungsdelikten ist auch der Versuch strafbar.

Welche Chancen hat die Strafverteidigung bei Körperverletzungsdelikten?

Die Verteidigungsmöglichkeiten bei Körperverletzungsdelikten sind vielfältig und können hier nicht abschließend dargestellt werden. Mit Blick auf die obigen Strafandrohungen sollten Sie jedoch bei einem entsprechenden Vorwurf immer einen versierten Strafverteidiger beauftragen und keine Chance auf eine Einstellung des Verfahrens oder einen Freispruch ungenutzt lassen.

Bei Ersttätern und weniger schweren Folgen kann das Verfahren häufig bereits durch einen schriftlichen Antrag zur Einstellung gebracht werden. Erforderlich ist eine genaue Auswertung der Akte und fachgerechte Argumentation.

Auch schwerwiegende Vorwürfe können je nach Fall zur Einstellung oder einem Freispruch gebracht werden, wenn beispielsweise die Voraussetzungen der Notwehr nach § 32 StGB dargelegt werden können. Dies erfordert immer eine kompetente anwaltliche Beratung. Durch eine eigene Einlassung ohne Anwalt werden solche Chancen häufig zerstört. Wenn Sie also einem Körperverletzungsvorwurf ausgesetzt sind und als Beschuldigter von der Polizei vorgeladen werden, folgen Sie dieser Ladung niemals. Sie sind dazu nicht verpflichtet und haben keinerlei Nachteile, wenn sie nicht aussagen. Ein Vernehmungsbeamter, der häufig nur das aufnimmt, was er hören will, kann Ihnen diverse Chancen auf eine Einstellung oder einen Freispruch nehmen, wenn Ihre Aussage erstmal in der Akte ist.

Rechtsanwalt Dr. Hennig hat bereits zahlreiche Mandanten in Körperverletungsverfahren erfolgreich vertreten. Er ist zudem langjährig als Strafrechtsdozent tätig und daher mit der gesamten aktuellen Rechtsprechung vertraut. Diesen Vorsprung können Sie zu Ihrem Vorteil machen.

Gerne gebe ich Ihnen eine unverbindliche Ersteinschätzung und beantrage für Sie Akteneinsicht. Anschließend können wir gemeinsam eine Verteidigungsstrategie festlegen. Auch bei Körperverletungsdelikten ist es möglich, dass nur durch einen schriftlichen Antrag die Einstellung des Verfahrens erreicht wird.

Sie sind Opfer einer Körperverletzung und wollen Schmerzensgeld?

Selbstverständlich vertreten wir Sie auch, wenn Sie selbst Opfer einer Körperverletzung geworden sind. Rechtsanwalt Thum wird als Leiter des zivilrechtlichen Dezernats Ihre Erfolgsaussichten für Schadensersatz und Schmerzensgeld prüfen und dieses für Sie geltend machen. Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, besteht kein Kostenrisiko für Sie. Auch als Opfer einer Straftat ist anwaltlicher Rat dringend geboten, da sonst die Gefahr besteht, Ansprüche zu verlieren, am Ende ein viel zu geringes Schmerzensgeld zu erhalten oder abrechenbare Schadenspositionen nicht ersetzt zu bekommen. Zusätzlich können wir für Sie prüfen, ob es sinnvoll ist, eine Strafanzeige zu erstatten und ggf. Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeld über ein Strafverfahren (Adhäsionsantrag) geltend zu machen.

Delikte und Deliktsgruppen im allgemeinen Strafrecht