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Tätigkeitsfelder Strafrecht

Allgemeines Strafrecht

Delikte / Deliktsgruppe:

Diebstahl, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl, Einbruchsdiebstahl, besonders schwerer Fall des Diebstahls

Der Diebstahl gemäß § 242 Abs. 1 StGB gehört mit all seinen Qualifikationen zu einem der bedeutendsten Delikte des Strafgesetzbuches. Der Grundtatbestand des Diebstahls ist ein Eigentumsdelikt und sieht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.

Wie hoch ist die Strafe bei einem Diebstahl konkret?

Ohne genaues Aktenstudium lässt sich nur schwer eine Einschätzung abgeben. Bei einem nicht vorbestraften Ersttäter im Fall eines klassischen Ladendiebstahls wird die Verteidigung auf eine Einstellung ggf. gegen eine kleine Auflage hinwirken. Sind Sie einschlägig vorbestraft, oder handelt es sich um mehrere Diebstähle kann bereits eine Freiheitsstrafe drohen; Ziel muss es sein, eine Geldstrafe oder eine Bewährung zu erreichen, wenn ein Freispruch keine Aussicht auf Erfolg hat. Bei den Diebstahlsqualifikationen, auf die weiter unten eingegangen wird, drohen je nach Fall auch nicht mehr bewährungsfähige Freiheitsstrafen.

„Diebstahl macht jeder mal“

Nahezu jeder glaubt zu wissen, was einen Diebstahl ausmacht und die allermeisten Menschen haben in ihrem Leben schon einen begangen. So heißt es in einem treffenden Zitat:

„Wer seine Jugend verlebt ohne nicht wenigstens einmal gestohlen zu haben, dürfte als lebensfremd in dieser Gesellschaft wenig Chancen haben, ein freudvolles Leben zu führen.“

Entgegen der Vorurteile ist es jedoch rechtlich häufig gar nicht so einfach, zu bestimmen, wann tatsächlich ein Diebstahl vorliegt und wann hingegen die milder bestrafte Unterschlagung und in welchem Fall eine straflose Gebrauchsanmaßung vorliegt. Aus diesen rechtlichen Abgrenzungsfragen ergeben sich häufig Chancen für die Strafverteidigung.

Was sind die Voraussetzungen eines Diebstahls?

Einen Diebstahl begeht, wer eine fremde bewegliche Sache wegnimmt, dabei vorsätzlich handelt, den Willen hat, den wahren Eigentümer dauerhaft aus seiner Eigentümerstellung zu verdrängen (Enteignungsvorsatz), sowie die Absicht, sich die Sache oder ihren Sachwert einzuverleiben (Aneignungsabsicht). Auch der bloß versuchte Diebstahl ist unter Strafe gestellt.

Für das Tatobjekt spielt der Wert der Sache keine Rolle. Selbst ein wertloses Poster kann gestohlen werden. In der Praxis geht es natürlich regelmäßig um werthaltige Sachen wie Schmuck oder Fahrzeuge, häufig aber auch lediglich um Ware aus dem Supermarkt. Einen Tatbestand „Mundraub“ gibt es übrigens nicht. Die Mitnahme oder der Verzehr von Lebensmitteln im Supermarkt ist ohne vorher erteiltes Einverständnis grundsätzlich als Diebstahl strafbar.

Als Tathandlung setzt § 242 Abs. 1 StGB eine Wegnahme voraus. Diese wird definiert als Aufhebung fremden, Begründung neuen, nicht notwendig tätereigenen Gewahrsams durch Bruch. Gewahrsam meint die von einem natürlichen Willen getragene Herrschaftsgewalt über eine Sache unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung. Gewahrsam kann bei kleinen Gegenständen schon mit Ergreifen und bei mittleren Gegenständen bei Begründung einer sog. Gewahrsamsenklave (z.B. die Jackentasche) vorliegen. Im Supermarkt ist also bereits das Verbringen von Ware in die Hosentasche vor der Kasse eine Wegnahme. Erforderlich ist aber auch Vorsatz. Sollte ein Ladendetektiv vor der Kasse eingreifen, ließe sich vortragen, dass der Gegenstand an der Kasse zwecks Bezahlung wieder heraus rausgeholt werden sollte. Ein Vorsatz wäre kaum zu beweisen. Anders liegt der Fall freilich, wenn die Entdeckung nach dem Kassenbereich erfolgt und die Ware nachweislich nicht bezahlt wurde.

Welche Chancen hat die Strafverteidigung bei einem Diebstahlsvorwurf?

Aber auch hier ergeben sich – je nach Fallgestaltung – zahlreiche Möglichkeiten für eine gute Verteidigung. Gerade bei Ersttätern und geringwertigen Sachen sind die Chancen gut, dass ein versierter Strafverteidiger eine Einstellung des Verfahrens wegen Geringe der Schuld erreicht. In seltenen Fällen ist auch eine Einstellung wegen Schuldunfähigkeit möglich. Dies ist etwa der Fall, wenn sich der Mandant aufgrund einer Kleptomanie im Zustand der Schuldunfähigkeit nach § 20 StGB befand. Ein entsprechendes Sachverständigengutachten kann vom Verteidiger beantragt werden.

Wir vertreten Sie bei jedem Diebstahlsvorwurf mit viel Erfahrung und strafrechtlichem Fachwissen engagiert und kompetent, egal ob es um ein Großverfahren mit dem Vorwurf des gewerbsmäßigen Diebstahls geht oder nur ein einfacher Ladendiebstahl im Raum steht.

Was ist ein besonders schwerer Fall des Diebstahls?

§ 243 StGB regelt den besonders schweren Fall des Diebstahls, der einen Strafrahmen bis zu 10 Jahren eröffnet. Die wichtigsten Fälle des § 243 sind das Einbrechen oder Einsteigen in Geschäftsräume oder sonst umschlossene Räume (Nr. 1), die Wegnahme von besonders gesicherten Gegenständen (Nr. 2), die Gewerbsmäßigkeit (Nr. 3) und das Ausnutzen eines Unglückfalls (Nr. 6).

Es handelt sich um ein sog. Regelbeispiel: Dies bedeutet, dass selbst wenn die Voraussetzungen des § 243 StGB erfüllt sind, das Gericht aufgrund der Gesamtwürdigung dennoch einen besonders schweren Fall verneinen kann. Hier kommt es häufig auf die Argumentation der Verteidigung an. Diese muss darlegen, dass trotz der Voraussetzungen des § 243 eine Ausnahme von der Regel greift. Umgekehrt kann auch das Gericht einen sog. unbenannten schweren Fall annehmen, wenn keine der Varianten des § 243 erfüllt ist. Dies gilt es als Verteidiger dringend zu verhindern.

Banden- und Wohnungseinbruchsdiebstahl, Diebstahl mit Waffen?

§ 244 Abs. 1 Nr. 2 stellt den Bandendiebstahl unter Strafe. Diese Qualifikation des Diebstahls sieht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Eine Bande setzt mindestens drei Personen und eine Bandenabrede voraus. Häufig haben die Staatsanwaltschaften Nachweisprobleme hins. des Bandenmerkmals, was für eine gut koordinierte Verteidigung zahlreiche Chancen offenbart. Für die Verwirklichung des Tatbestandes ist es nach der Rechtsprechung erstaunlicherweise nicht erforderlich, dass ein Bandenmitglied am Tatort ist. Dies können auch „Externe“ sein, die sich dann lediglich wegen Diebstahls strafbar machen. Es reicht aus, wenn zwei Bandenmitglieder in irgendeiner Form beteiligt sind und einer von diesen täterschaftlich handelt.

Wird Ihnen oder Bekannten ein mittäterschaftlicher Bandendiebstahl vorgeworfen, benötigt von Gesetzes wegen jeder von Ihnen einen Verteidiger, wenn die Sache in einem Verfahren abgehandelt wird. Gerne stelle ich auch kurzfristig ein schlagkräftiges Team hervorragender Rechtsanwälte und Strafverteidiger zusammen, so dass auch die interne Absprache zwischen den Verteidigern gewährleistet ist.

Auch der Wohnungseinbruchsdiebstahl ist gemäß § 244 I Nr. 3 StGB besonders hart, nämlich mit sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe bedroht. Es muss sich allerdings um eine Privatwohnung handeln. Anders als bei § 243 StGB genügt hier ein Geschäftsraum nicht.

Schließlich ist auch der Diebstahl mit Waffen oder einem gefährlichen Werkzeug von § 244 I Nr. 2 mit sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe bedroht. Eine Waffe ist definiert als Gegenstand, der bestimmungsgemäß als Angriffs- oder Verteidigungsmittel dient und objektive Gefährlichkeit aufweist. Schwieriger ist dies beim gefährlichen Werkzeug. Dieser Begriff ist auch in der Rechtsprechung nicht abschließend geklärt und in der Literatur umstritten. Hier kommt es auf das Verletzungspotenzial und die subjektive Tatseite unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls an. Gerade dies eröffnet häufig Chancen für die Verteidigung.

Erste Hilfe: Was tun beim Diebstahlsvorwurf / einer Strafanzeige?

Wenn Sie als Beschuldigter wegen eines Diebstahlsvorwurfs polizeilich vorgeladen werden, folgen Sie dieser Vorladung niemals. Sie sind dazu nicht verpflichtet und haben hierdurch keinerlei Vorteile, sondern nur eventuelle Nachteile. Dies gilt auch und gerade, wenn Sie unschuldig sind. Es kann, wie Sie es aus zahlreichen Filmen kennen, „alles gegen Sie verwendet werden“. Ein Schweigen hingegen wird niemals zu Ihren Lasten verwertet. Auch, wenn Sie das Bedürfnis haben, etwas „richtig zu stellen“ gehen Sie niemals ohne anwaltliche Rücksprache zu einer polizeilichen Vernehmung. Die Aussage, die sie dort machen, kann später kaum noch aus Welt geschafft werden.

„Jede Angabe bei der Polizei kann Verteidigungschancen zerstören.“

 

Kontaktieren Sie stattdessen einen Rechtsanwalt und versierten Strafverteidiger. Gerne beantragen wir für Sie Akteneinsicht und prüfen anschließend alle Optionen, um eine Hauptverhandlung zu verhindern oder zumindest die Strafe gering zu halten. Eine Ersteinschätzung erfolgt kurzfristig und unverbindlich.

Delikte und Deliktsgruppen im allgemeinen Strafrecht