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Hausdurchsuchungen bei angeblichen Gruppenmitgliedern der „Rising Boys Hannover“

Im Rahmen polizeilicher Ermittlungen wegen angeblicher Graffiti-Straftaten wurden am Morgen des 14. Juni in Hannover mehrere Wohnungen durchsucht. Die Maßnahme richtete sich gegen angebliche Mitglieder einer Hannoveraner Fußball-Crew namens „Rising Boys Hannover“ (auch „RBH“).

Nach Schilderungen von Spiegel Online wurden die Wohnungen all derer Fans durchsucht, die im Zusammenhang mit einem Fußballspiel eine Flagge der Gruppe RBH hochgehalten hatten. Bei allen Personen, die die Flagge berührt hatten, vermutete die Polizei, dass diese auch Gruppenmitglieder seien und aus diesem Grund als Tatverdächtige für diverse Graffiti-Straftaten in Betracht kämen. Die Rising Boys Hannover sind über ihr Engagement in der Fanszene von Hannover 96 hinaus auch durch ihre Aktivitäten der Hannoveraner Street-Art-Szene bekannt.

Mitglieder werden beschuldigt, Graffiti gesprüht zu haben

 

Im Jahr 2016 veröffentlichten die Rising Boys anlässlich ihres 10-Jährigen Bestehens ein Video, welches Gruppenmitglieder unter anderem beim Besprühen von Zügen zeigt. Da die Personen aufgrund von Gesichtsvermummungen im Video nicht identifizierbar sind, erhoffte sich die Polizei von der Durchsuchungsaktion das Auffinden neuer Beweismittel. So wurden nach dem Pressebericht der HAZ unter anderem zahlreiche Schuhe beschlagnahmt, über die womöglich eine Zuordnung zu den auf Video festgehaltenen Taten erfolgen soll.

Massive Kritik von Presse und Fanhilfe Hannover an rechtswidriger Durchsuchung

 

In der Presseberichterstattung wurde das Vorgehen der Polizei bereits kritisiert. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass alle Beschuldigten keinerlei Widerstand geleistet haben und die Maßnahme friedlich über sich ergehen ließen, sei dahingestellt, ob ein derart aggressives Vorgehen der Polizei (Öffnen einer Tür mittels Rammbock, Sperrung der Straße durch eine Spezialeinheit) tatsächlich nötig war.

Auch die Fanhilfe Hannover berichtete, dass bei Durchsuchungsbeginn Pressevertreter anwesend waren, die offenkundig bereits im Vorhinein durch die Polizei informiert wurden. Durch ein solches Vorgehen werden verfassungsmäßig garantierte Beschuldigtenrechte wie das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung von den Ermittlungsbehörden mit Füßen getreten.

Durchsucht wurde bei allen Personen, die lediglich eine Fahne berührten

 

Geradezu absurd erscheint auch, dass alle Personen, die lediglich eine Fahne der Gruppe berührten, ins Visier genommen wurden. Es entsteht hier der Eindruck, als sollten Mitglieder der aktiven Fanszene von Hannover 96 durch die unverhältnismäßigen Maßnahmen schikaniert werden.

Die Fanhilfe Hannover kritisiert auch, dass es überhaupt zur richterlichen Genehmigung der Durchsuchungsmaßnahmen trotz niedrigschwelliger Verdachtsmomente gekommen sei. Seitens der Fanhilfe wird vermutet, dass es bei der Aktion wohl weniger um die Aufklärung der benannten Straftaten geht, sondern eher um das Gewinnen von Strukturerkenntnissen, das Auffinden von Zufallsfunden und die Stigmatisierung der Fanszene Hannover. Hierfür spricht auch, dass für die aufzuklärenden Straftaten völlig irrelevantes Material, wie z.B. Zaun- und Schwenkfahnen und auch persönliche Gegenstände unbeteiligter Mitbewohner beschlagnahmt wurden.

Strafverteidiger Dr. Hennig: Kämpferischer Rechtsanwalt an der Seite von Beschuldigten

 

Strafverteidiger Dr. Hennig weiß aus von ihm betreuten Mandaten im Bereich der Fußballkriminalität, dass seitens der Polizei häufig unverhältnismäßig hart gegen angebliche Straftäter aus Fanszenen vorgegangen wird. Einem solchen rechtswidrigen Vorgehen gilt es, entschieden unter Zuhilfenahme anwaltlicher Hilfe entgegenzutreten. Dr. Hennig als ausschließlich auf dem Gebiet des Strafrechts tätiger Rechtsanwalt ist ein kompetenter Ansprechpartner in derartigen Fällen. In jedem Falle sollte bei Hausdurchsuchungen durch den Beschuldigten der Sicherstellung von Gegenständen widersprochen werden und keinerlei Aussage erfolgen. Lesen Sie hierzu auch unseren Leitfaden zum Umgang bei Hausdurchsuchungen.

 

Ein Beitrag von Alexander Schlüter